Spirituelle Begleitung Jugendlicher

Wer heute mit Jugendlichen im Bereich von Religion arbeiten will, wird als Wegbegleiter/in durch oft fremdgewordene Landschaften von Religion und Christentum gebraucht. Dabei gilt es, sich identifizierbar zu machen. Vergleichbar einer Reiseleiterin, einem Reiseleiter, ist es die zentrale Aufgabe, Menschen in ein ihnen wenig vertrautes Land zu führen, das heißt: hilfreich zu sein fremde Sprachen zu verstehen, besondere Orte, Zeiten und Gebräuche wahrzunehmen. Entsprechend wollen spirituelle Begleiter/innen mit der Kraft und Schönheit des christlichen Lebenskonzeptes und seiner Spiritualität bekannt machen. Dabei gilt es, die Lebensthemen und Ausdruckformen Jugendlicher wahr- und ernst zu nehmen und sie deutend in Verbindung zu bringen mit biblischen Hoffnungs- und Lebensgeschichten sowie spirituellen Handlungs-Ausdrucksformen.

Vor diesem Hintergrund soll im Aufbauprogramm das Themen- und Methodenfeld Spiritualität in der Arbeit mit Jugendlichen systematisch und mit eigener Schwerpunktsetzung erarbeitet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eignen sich in Basis- und Wahlkursen Sensibilität und Methodenkompetenz für Frömmigkeitsformen und spirituelle Erfahrungsräume in der gruppen- und projektbezogenen Arbeit mit jungen Menschen an. Sie erarbeiten sich Handwerkszeug für die Begleitung Jugendlicher bei ihrer Suche und ihrem Fragen nach Religion und Christentum. Die Arbeit im Seminar basiert auf der Grundeinsicht, dass Spiritualität mehr ist als eine Methodensammlung, die ich unabhängig von meiner Person und meinem Sein weitergeben kann, dass der Rest des Unverfügbaren Teil unseres Handelns bleibt. Spiritualität kann nur „gelehrt“ werden, wenn sie gelebt wird, auch mit ihrer ihr eigenen Unverfügbarkeit in unserem Handeln.

Das Aufbauprogramm wird seit 2007 angeboten. Es besteht aus sechs Kurseinheiten. Zur Erlangung eines Zertifikats müssen die drei Basiskurse und drei der Wahlkurse belegt und ein begleitendes Projekt durchgeführt werden. Die Basiskurse dauern jeweils 4 Tage, die Wahlkurse zwischen 3 und 5 Tage. Die Erstellung eines Projektberichtes ist Teil zur Erlangung des Zertifikats „Spirituelle Begleitung Jugendlicher“.

Stimmen vo Teilnehmenden

„Beim Durchblättern meines angelegten Kurs-Tagebuches wurde mir bewusst, welche Fülle an Informationen, Anregungen und Methoden ich durch die Weiterbildung erhalten habe. Der Prozess der eigenen Sensibilisierung auf Spirituelles hat meine bisherige Ansicht verändert und mir wurde neu bewusst, wie wichtig es ist in der Arbeit mit Jugendlichen sich als ganze Person einzubringen.“

„Inzwischen habe ich gelernt mit kleinen Schritten dabei zu bleiben, so einen guten Rhythmus zu finden für meine Meditationszeiten.“

„Ich habe entdeckt, dass ich mehr Raum für meine eigene Spiritualität schaffen möchte. Seit der Weiterbildung sehe ich mich als Reiseleiterin, mehr als „nur“ Begleiterin der Jugendlichen.“

„Wir haben das gelebt, woran wir gearbeitet haben: unserer eigene Spiritualität. Das war ein wunderbares Erlebnis. Ich habe den Wunsch nach Hause mitgenommen meinem spirituellen Leben ein wenig auf die Sprünge zu helfen…“

„Seit dem letzten Fortbildungsbaustein begleitet mich das Begriffspaar „Dankbarkeit und Achtsamkeit“.

„Innerhalb der Gruppenleiterschulung führen wir einen Grundkurs durch. Darin gestalte ich jetzt die Einübung der stillen Zeit, sie war seit Jahren ein ungestalteter Programmteil.“

„Viele Jugendliche suchen einen Raum, indem sie die hektische Umwelt außen vor lassen können. Sie wünschen sich Ruhe und die Möglichkeit sonst „Unsagbares“ auszudrücken.“

„Ich war dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, mir gezielt Zeit zu nehmen für das Thema Spiritualität in meiner Arbeit.“

„Mich hat die Weiterbildung auf einen Weg gebracht, der sicher fester Bestandteil meines beruflichen und persönlichen Glaubenslebens werden wird. Wenn ich mit Jugendlichen auf dem Gebiet der Spiritualität arbeite, möchte ich diese Gedanken weitergeben:
Man bekommt Vergewisserung und Zuspruch, kann seine Wurzeln bei Gott finden
Es ist immer auch ein Kampf mit sich selbst, also keine einfache Sache
Es kann einen auf Gedanken bringen, die das ganze Leben in Frage stellen…
Die Elemente, die ich durch die Anregungen der Weiterbildung in meiner Arbeit mit den Konfirmand/innen aufgenommen habe, haben dazu beigetragen die Arbeit zu vertiefen und für die Jugendlichen zu einer Erfahrung werden zu lassen. …ich kann nur positive Erfahrungen mit Frömmigkeit und spirituellen Elementen berichten…die üblichen Disziplinprobleme mit Konfirmanden im Gottesdienst gab es bei uns nicht.“

„Ich möchte auf alle Fälle in Zukunft das Thema Spiritualität mehr in meine Arbeit integrieren und mit anderen Elementen wie z.B. der Erlebnispädagogik verknüpfen.“

Leitung

Die Kurse gestaltet Rainer Brandt, Leiter des Studienzentrums Josefstal, zusammen mit Gerborg Drescher, Pfarrerin, Supervisorin, München, u.a.

7. Durchgang 2017/18 - Basiskurse

Basiskurs 1: Lebenskraft Spiritualität: erfahren, entwickeln, (er)leben
07. – 10.11.2016 in Josefstal
Leitung: Rainer Brandt, Gerborg Drescher

In diesem Teil liegt der Schwerpunkt auf der eigenen religiösen Sozialisation und gegenwärtigen spirituellen Situation meiner Person. Woraus lebe ich? Was sind meine Quellen? Welche Bedeutung hat die christliche Tradition in meinem Leben? Was verstehe ich unter religiöser Kompetenz? Wie kann diese (weiter-) entwickelt und genährt werden?

Basiskurs 2: Von Spuren suchen und Fährten lesen – Die Entdeckung religiöser Spuren in der Arbeit mit Jugendlichen
03. – 06.04.2017 in Josefstal
Leitung: Rainer Brandt, Theologe, Angelika Gabriel, Simona Herz

Am Anfang steht die Wahrnehmung. Sie bietet ein breites Spektrum für eine religionssensible Arbeit mit Jugendlichen. In Theorie- und Praxiseinheiten gehen wir auf Spurensuche nach Religiosität in der Welt Jugendlicher. Wir lernen Fährten zu lesen, um diese für unsere spirituelle Begleitung Jugendlicher fruchtbar zu machen. Die gemeinsame Entwicklung von Praxiselementen für eine christlich spirituelle Begleitung Jugendlicher ist Teil des Kurses.

Basiskurs 3: Zwischen Tür und Angel – Seelsorge in der Arbeit mit Jugendlichen
25. – 28.09.2017 in Josefstal
Leitung: Rainer Brandt, Gerborg Drescher

Jugendliche suchen Menschen, die sie in ihrer Lebenssituation wahrnehmen und die ein offenes Ohr für sie haben. Inhalte des 3. Basiskurses: Formen der Jugendseelsorge in Jugendarbeit und Schule kennen lernen, die eigene Rolle als Seelsorger*in / Berater*in reflektieren und darin Unterstützung erfahren, Elemente der Gesprächsführung üben und vertiefen und Strukturen der Vernetzung kennen lernen. Wir arbeiten personenbezogen und praxisorientiert. Dabei werden Rollenspiele, Fallgespräche, Partner/Innenübungen und Methoden der systemischen Beratung verwendet.

7. Durchgang 2017/18 - Wahlkurse

Wahlkurs: Predigt-Slam
7.-9. Mai 2018 in Josefstal
Leitung: Jens Uhlendorf

Wahlkurs: Begegnung mit sich, mit anderen, mit dem Unverfügbaren. Stille Tage im Kloster Carmel de la Paix (Kursort: Burgund/Frankreich)
14. Mai – 18. Mai 2018
Leitung: Rainer Brandt, Gerborg Drescher

Wahlkurs: Feel the faith – Erlebnispädagogik und Spiritualität
20.-22.Juni 2018
Leitung: Anette Daublebsky von Eichhain, Michael Brunnhuber

Wahlkurs: Symposium Jugend und Religion
15.-17. November 2018 in Josefstal
Leitung: Rainer Brandt, Dr. Barbara Hanusa, Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong und weitere Referent*innen

Wahlkurs: Pilgern auf dem Franziskusweg in Umbrien/Italien
Frühjahr 2019 (… dann wenn alles blüht!)
Leitung: u. a. Martin Strauß

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