Interreligiöse Begegnung & Verständigung gestalten

Weiterbildung zum bzw. zur interreligiösen Dialogbegleiter*in 2019 – 2021

Miteinander gestalten – spirituelle Identität und religiöse Vielfalt leben

Begegnung und Verständigung sind unverzichtbar für ein gelingendes Zusammenleben in kultureller und religiöser Vielfalt. Der Dialog der Religionen eröffnet Begegnungsmöglichkeiten und bringt unterschiedliche Menschen miteinander in Kontakt. Es bedarf aber Menschen, die in der Lage sind, vielfältige Dialogprozesse zu initiieren, zu begleiten und zu reflektieren.

Diese neu entwickelte Weiterbildung ist eine gemeinsame Initiative von Bildungseinrichtungen mit katholischem, evangelischem, muslimischem und jüdischem Hintergrund. Sie baut auf dem erfolgreichen Programm “Dialogbegleiter” von OCCURSO Institut für interreligiöse und interkulturelle Begegnung e. V. auf und nutzt deren Erfahrung.

Zielgruppe

Mitarbeitende in einer Religiongemeinschaft oder anderen Organisation, die interreligiöse Kompetenz benötigen, insbesondere Haupt- und Ehrenamtliche in Jugend, Bildungs- und Gemeindearbeit, in sozialen Einrichtungne, schulbezogener Jugendarbeit/ Schulpastoral, Lehrkräfte, Mitarbeitende von Migrantenorganisationen sowie weitere Interessierte aller Religionen, Weltanschauungen und Kulturen mit Interesse an interreligiöser Begegnung und Verständigung

Aufbau, Ziele und Inhalte

• Dauer der Weiterbildung: 2 Jahre, verteilt auf drei Kalenderjahre
• 16-20 Seminartage, Praxisprojekt, Abschlussarbeit, Kolloquium, Zertifikat
• Für das Zertifikat sind drei Basiskurse, sowie zwei von drei Modulen verpflichtend.
• Persönlichkeits- und erfahrungsorientierter exemplarischer Lernprozess in einer interreligiös/interkulturell zusammengesetzten Kursgruppe
• Vermittlung von Handwerkszeug und Methoden des interkulturellen und interreligiösen Lernens, begleitendes Literaturstudium und Vermittlung lerntheoretischer Modelle.
• Tagesrahmen mit Raum für eigene und abgestimmte gemeinsame Spiritualität

Erworbene Kompetenzen

Die Teilnehmenden erlangen in der Weiterbildung die Fähigkeit, sich in einem interkulturellen und multireligiösen Umfeld zu bewegen, zu verständigen und neue Formen des religiösen Miteinander zu entwickeln.

Handlungssicherheit – Die Dialogbegleiter*innen
• besitzen Grundwissen über die für den Dialogprozess relevante Religionen und deren Feste (hier vertieft Islam, Judentum und Christentum).
• kennen in Grundzügen die institutionelle Verfasstheit der Religionen in Deutschland.
• besitzen Grundwissen über die Geschichte des interreligiösen Dialogs und grundlegende Einstellungen zum Dialog der Religionsgemeinschaften.
• wissen um wichtige Elemente der religiösen Entwicklung von Menschen.

Gestaltungskompetenz – Die Dialogbegleiter*innen
• sind in der Lage, gemeinsam mit anderen relevante Ziele für einen Dialogprozess zu definieren.
• können grundlegende Moderationstechniken anwenden.
• vermögen einen sicheren Raum für Dialog zu schaffen.
• erkennen Dialogtypen und bringen diese in einen konstruktiven Austausch.
• gehen mit den eigenen Frustrationserfahrungen und denen von Dialogteilnehmenden angemessen um.

Selbst- und Kommunikationskompetenz – Die Dialogbegleiter*innen
• haben Erfahrung im Dialog gesammelt.
• zeigen eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber unterschiedlichem religiösem Erleben.
• sind über die eigene Motive für den interreligösen Dialog sprachfähig.
• klären beständig die eigenen religiösen und spirituellen Grundüberzeugungen.

Gesamtleitung

• Nermina Idriz, muslimisch, Pädagogin, Münchener Forum Islam
• Friedrich Bernack, katholisch, Diplom Theologe, Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising
• Roger Schmidt, evangelisch, Pfarrer, Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit in Josefstal e.V.

Zu den einzelnen Kursen werden Fachreferent*innen zugezogen.

Einsatzbeispiele für Dialogbegleiter*innen

Dialogbegleiter*innen initiieren und moderieren interreligiöse Prozesse in verschiedenen Praxisfeldern, z.B.:

• Dialogbegleiter*innen initiieren und moderieren einen Prozess zur Gestaltung eines Raums der Stille in einem Hospiz oder einer Schule, der die Bedürfnisse von verschiedenen Menschen und religiösen Gruppen ernst nimmt.
• Sie iniitieren und begleiten Kooperationen zwischen Kinder- und Jugendgruppen verschiedener Religionen.
• Sie beraten und moderieren konstruktive Prozesse in Gemeinden und anderen gesellschaftlichen Gruppen, z.B. wenn vor Ort der Neubau einer Moschee diskutiert wird.
• Sie unterstützten eine Schule, eine interreligiöse Feier zu Schulanfang zu etablieren.
• Sie beraten einen Betrieb, sensibel und im Sinne der Mitarbeitenden mit dem Fastenmonat Ramandan umzugehen.
• Sie treten Erscheinungen von Antisemitismus und Antizionismus entgegen.
• Sie fördern gewaltfreie Kommunikation und Konflikttransformation angesichts islamophober und anderer religionsfeindlicher Tendenzen.
• Sie unterstützen die nachhaltige Gestaltung einer Partnerschaft mit einer Gemeinde einer anderen Religion.

Kosten und Finanzierung

• Kosten für die gesamte Weiterbildung inkl. Übernachtung sowie Vollverpflegung an 20 Tagen: 2100 Euro
• Bei Verzicht auf ein Modul kann der Preis um 250 Euro gesenkt werden.
• Teilnehmende, die keinen Zugang zu einer Bezuschussung durch ihre Organisation haben, können ein Teilstipendium in Höhe von 70% der Gesamtkosten beantragen.

Die Weiterbildung zum/zur Dialogbegleiter*in startet mit dem Basiskurs I am 12.-15.11.2019 (Infos und Anmeldung zum Kurs hier)

Infoheft zur Weiterbildung mit allen Terminen, Referent*innen, Kosten:

 

Weitere Informationen und Kontakt

Marija Hirsch (Assistenz der Leitung, Kursmanagement)

Tel.: 08026 – 9756 -24
E-Mail : studienzentrum@josefstal.de

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