Die Quellen sind frei ? !
Josefstaler Gespräch 2005
- Wasser ist keine Ware wie jede andere, ist ein grundlegendes Lebensmittel.
- Geistiges Eigentum ist ebenfalls keine Ware wie jede andere,
es ist Grundlage des kulturellen Lebens. Es wächst, wenn es weitergegeben wird.
Beides, Wasser und geistiges Eigentum stehen derzeit zunehmend unter Druck, profitabel vermarktet zu werden. Und das bedeutet, dass all diejenigen, die es sich nicht leisten können, keinen Zugang zu erstklassigen Quellen bekommen werden.
Diese gesellschaftspolitische Herausforderung wurde beim "Josefstaler Gespräch" des Studienzentrums für evangelische Jugendarbeit am 25.9.2005 engagiert diskutiert. Sabine Ruble aus Speyer, verantwortlich bei ‚Brot für die Welt' für die Kampagne "Menschenrecht auf Wasser" und Georg Pleger vom Zukunftszentrum Tirol in Innsbruck referierten die Grundlagen zum Umgang mit zwei so unterschiedlichen Quellen menschlichen Lebens, Wasser (Referat zum Download) und Bildung. Der Schlierseeer Bürgermeister Toni Scherer betonte in seinem Grußwort die Verantwortung für den Erhalt der gemeindlichen Wasserversorgung, der Quellen und des Leitungsnetzes.
Das Internet eröffnet seinerseits den Anschluss an Quellen von Wissen und Kultur, deren Nutzung unterliegt aber zunehmend Einschränkungen: mittels Copyright und DRM kann "der Hahn zugedreht werden", schlimmstenfalls tröpfelt dann nur noch Werbung aus der Leitung. Dagegen setzte das Studienzentrum mit seinen Gästen nun praktisch und symbolisch ein Zeichen: aus dem Quellteich, hinter der Kapelle, schöpften Gäste und MitarbeiterInnen frisches, eiskaltes, klares Wasser - ein Angebot an jedermann für den persönlichen Gebrauch.
Ebenso: An der Internet-Quelle "www.josefstal.de" stehen künftig Materialien für die Bildungsarbeit, für die Jugendarbeit bereit zum Download und zum Weiterdenken - geschützt durch die nun neu eingeführte CreativeCommons -Lizenz. Das gilt beispielsweise für ein im Oktober neu erscheinendes Buch zur Medienpädagogik, das frei genutzt, aber nicht kommerziell verwertet werden darf.
Das Studienzentrum Josefstal steigt so, in der UNO-Dekade zu Wasser und Bildung, mit ein in eine weltweite Bewegung für offene Quellen und fördert die Auseinandersetzung mit deren Zielen in der Jugendarbeit:
Als "Open Source" sind mittlerweile nicht nur Texte, Songs und Bilder kostenfrei verfügbar, sondern auch komplette professionelle Programmpakete für die Arbeit im Büro und das alternative Betriebssystem Linux. Für sogenannte Raubkopien gibt es seitdem immer weniger Gründe. Die Opensource-Idee bewährt sich in der Praxis und zeigt: Geistiges Eigentum vermehrt sich, wenn es geteilt wird. Programmierer, Künstler und Autoren müssen dabei nicht leer ausgehen. Vermieden werden soll aber, dass aus dem menschlichen Grundbedürfnis nach Bildung, Kultur und Wasser eine Quelle ungerechtfertigten Profits wird.
Bericht: Wolfgang Schindler
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