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29. Januar 2006 Wir gedenken unseres KollegenGottfried Weber,der als Dozent im pädagogisch-theologischen Team des Studienzentrums von 1967-1976 gearbeitet hat. Bis zu seinem Tod mit 79 Jahren lebte er in Großpienzenau, unweit von Josefstal. Mit diesem Ortnamen verbunden ist u.a. sein Forschungsbericht zur "Effizienzkontrolle von Fortbildungsmaßnahmen", den er am Ende seiner Zeit in Josefstal für die aej im Deutschen Jugendinstitut durchführte. Bei dieser vergleichenden Curriculumsforschung verortete er das Bildungsmilieu in Josefstal, im Vergleich mit dem 'Burckhardthaus' und dem 'CVJM', systemtheoretisch als in Bewegung zur Grenze zwischen Kirche und Welt. Gottfried, vor 'Josefstal' Dozent für Pädagogik und Methodenlehre an einer "höheren Fachschule für Sozialarbeit" in Kassel, war als Sozialwissenschaftler im damals vierköpfigen "Josefstaler Team", zusammen mit Hubert Volk Partner im Dialog mit "der Theologie", in Person von Pfarrvikarin Marianne Pflüger und Pfarrer Werner Schanz. Diesen - damals programmatisch gewollten - Dialog des Teams kennzeichneten ein hohes theoretisches Niveau, aber auch sehr praktische Auseinandersetzung mit der (einseitigen) Verteilung von Macht und Herrschaft in den Strukturen des hierarchisch gegliederten Pfarramts. Gottfried trug mit seinen Kompetenzen in Josefstal entscheidend zur Verwirklichung einer lernenden statt lehrenden Kirche bei. "Lernende Kirche" (hrsg. Reinhard Köster und Hans Oelker) hieß demzufolge auch der "Leitfaden zur Neuorientierung kirchlicher Ausbildung", in dem 1975 das damalige Josefstaler Team seine veränderte Bildungskonzeption und -praxis begründete, den Weg zum "selbstorganisierten Lernen" in der Gruppe. Diese grupendynamische Orientierung Gottfried Webers, immer mit Bezug auf die Lebenswirklichkeit der MitarbeiterInnen und ihrer Zielgruppen, hat die Leitungskompetenz der TeilnehmerInnen geprägt - und den Ruf des Hauses in diesen Jahren: 30 Jahre später, beim Gedenken an einen "Ehemaligen" wird deutlich, wie erfolgreich Gottfried Weber in Josefstal Spuren hinterlassen hat: Gottfried Webers Spuren haben zum Entstehen von Trampelpfaden geführt, die zwar nicht überall zu Autobahnen ausgebaut wurden, in Theorie und Praxis des Studienzentrum des Jahres 2006 aber unschwer erkennbar sind und bleiben. Dafür sind wir ihm dankbar verbunden. |
| Wolfgang Schindler, - für das Studienzentrum Josefstal - |