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Wolfgang SchindlerLernen wie im Märchen?- vom Textverarbeiter zur ComputermedienpädagogIn | |||||
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Aneignungprozesse professioneller computermedienpädagogischer Kompetenz müssen mehr als bloßer Erwerb kognitiven Wissens sein, um handlungsfähig zu werden. Der Veränderungsprozess, den die Beteiligten am hier skizzierten Weiterbildungsprogramm "Computermedienpädagogik" durchlaufen, hat immer wieder Parallelen zum Märchen vom gestiefelten Kater und dem Müllersburschen, das ja im Kern eine Entwicklungsgeschichte beschreibt, die beginnt, als sich die Lebensverhältnisse einschneidend ändern: Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne die Erbschaft, der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater, weiter blieb nichts für ihn übrig. Da war er traurig und sprach zu sich selbst: "Ich hab' es doch am allerschlimmsten gekriegt, mein ältester Bruder kann mahlen, mein zweiter kann auf seinem Esel reiten, was kann ich mit dem Kater anfangen? Laß ich mir ein Paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, so ist es vorbei." ? "Hör", fing der Kater an, der alles verstanden hatte, was er gesagt, "du brauchst mich nicht zu töten, um ein Paar schlechte Handschuhe aus meinem Pelz zu kriegen. Laß mir nur ein Paar Stiefel machen, daß ich ausgehen und mich unter den Leuten sehen lassen kann, dann soll dir bald geholfen sein." Der Müllerssohn verwunderte sich, daß der Kater so sprach, weil aber eben der Schuster vorbeiging, rief er ihn herein und ließ ihm ein Paar Stiefel anmessen. Weniger einschneidend, aber vergleichsweise grundlegend haben sich auch in schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit die Verhältnisse gewandelt; Computer sind selbstverständlich geworden, anders als Mitte der 80er-Jahre. Nahezu alle Kritiker von einst haben sich - begeistert oder still leidend - der Wirklichkeit angepasst. Sie sind zumeist TextverarbeiterInnen geworden, ähnlich auch viele Jüngere, zu deren schulischer Ausbildung bereits Informatik gehörte und für die einstige Angst vor "binärer Verblödung" durch "Orwell-Technik" vor allem eines ist: Geschichte. Sie alle begreifen ihren PC als "bessere Schreibmaschine" und begrüßen ihre Befreiung von Tippex. Aber Textseiten nummerieren sie, beispielsweise, weiterhin von Hand, weil ihnen der Zeitaufwand zum Lernen, wie sich das automatisiert erledigen ließe, unvertretbar hoch erscheint. Sie wollen doch bloß einen Brief schreiben. Natürlich haben sich auch eine eMail- Adresse geben lassen und sie "surfen" auch mal im Internet. Aber sie empfinden das ähnlich wie das Zippen mit der Fernbedienung vor dem Fernsehgerät, reden von der Informationsflut, die dort lauert und behaupten daher engagiert, Jugendliche bräuchten dringend "Medienkompetenz". Vor allem, um die Kisten rechtzeitig wieder abschalten zu können - ebenso wie einst das Konsummedium Fernsehen. | |||||
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Vom Eigensinn der Werkzeuge.Klingt doch alles ganz vernünftig?! Ist es auch, aber, es ist diese Vernünftigkeit, die Verkäufer programmatisch beschwören, bevor in EDV investiert wird: "Legen Sie erst fest, was Sie wirklich wollen und lassen Sie sich dann die Technik anbieten, die das kann." Konsequenterweise wünschten sich Besitzer von Pferdefuhrwerken Autos ohne Pferde, Büroarbeiter eine PC-Schreibmaschine, die ohne Tippex auskommt und ein Internet, das sich wie Fernsehen mit Telefon-Fernbedienung anfühlt. Und dem Müllersburschen im Märchen vom "Gestiefelten Kater" fielen natürlich nur Pelzhandschuhe ein, als er den Kater geerbt hatte. Sie alle aber hatten am Ende etwas anders: Denn unberücksichtigt bleibt bei dieser "Werkzeughypothese", dass neue Werkzeuge ihre eigentlich bedeutenden Anwendungen erst schaffen, in einem unvorhersagbaren Prozess der Umfunktionierung durch die Benutzer. Als Beispiele dafür seien Telefon , eMail und grafische Benutzeroberfläche genannt. Letztere etwa wurde von allen "ernsthaften" Computeranwendern, nachdem diese mühsam alle erforderlichen DOS-Kommandos erlernt hatten, als Spielzeug ignoriert, solange, bis sie von der Multimediawelle untergetaucht wurden. Die leidvolle Erfahrung: mit einer -auch gründlichen - PC- "Schulung" ist es nicht getan, wenn nur techni-sches Detailwissen "vermittelt" wird. Die so erworbene Anwendungskompetenz ist manchmal bereits vor Kursende veraltet, die "Schüler" erklären ihren Frust mit dem eigenen Alter, statt zu verstehen, dass sie am Rand eines gewaltigen Umbruchs stehen. Denn die alte Idee der Schulung setzt definierte Lehrinhalte voraus, die zukunftstauglich sind. Gerade das aber ist immer weniger der Fall; konsequenterweise steht "lebenslanges Lernen" auf der Tagesordnung. Das ist nur dann keine Horrorvorstellung, wenn "Lernen" nicht mehr mit der Erfahrung von eigener Unzulänglichkeit und Abhängigkeit von Wissensbesitzern, die etwas zu vermitteln haben, gekoppelt ist. Gerade diese Entkoppelung wird durch Multimedia und Internet vorangetrieben. Denn der gemeinsame Nenner des alltäglichen Gebrauchs digitaler Medien sind Bildungsprozesse: selbstgesteuerte Lernprozesse, von Einzelnen und Gruppen, und darüber hinaus, Lern- und Veränderungsprozesse von Institutionen, in denen PädagogInnen wie Zielgruppen arbeiten. Genau dies aber ist nicht im Blick oder wird explizit ausgeklammert, wenn eine "Schulung" besucht wird, weil man ja nur eine lästige, aber unvermeidbare Technik lernen wolle. Die Anbieter solcher Kurse bedienen mit der Begrenzung auf vermeintlich Faktisches die unausgesprochene Vorgabe ihrer Kunden, uptodate zu werden ohne sich zu verändern. Kinder- und Jugendliche sind hier in der Tat im Vorteil, weil sie -anders als Erwachsene- eben keinen Paradigmenwechsel durchleben müssen, sondern sich das Neue unbelastet naiv und autonom aneignen, am liebsten ohne Schulung und Schule. Wer als PädagogIn mit immer neuen Generationen von Jugendlichen Schritt halten oder gar deren Aneignungsstile dieser Technologien begreifen will, ist mit der Beschränkung auf Schulungen diesen Ziel also eher ferner gerückt. In der psychologischen Lernforschung der letzten Jahre ist dieser Aspekt des selbstgesteuerten, intrinsisch motivierten Lernens als Gegenkultur zum etablierten Bildungssystem ausformuliert worden, dem die Produktion trägen Wissens vorgeworfen wird. Computergestützte Lernumgebungen, "cognitive tools" spielen dabei eine wesentliche Rolle , gerade auch dort, wo es überhaupt nicht mehr um computerspezifisches Wissen geht. Die vom Schulsystem nur unzureichend vermittelten und von "der Industrie" geforderten "weichen" Schlüsselkompetenzen bekommen hier hohe Bedeutung: Kreativität, Eigeninitiative und Verantwortungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, selbstgesteuertes Lernen. Diese Forschungsergebnisse werden genutzt, um eine neue außerschulische Bildungsarbeit voranzubringen, dort, wo lebenslanges Lernens für wirtschaftliches Überleben nötig ist! Lernen mit Multimedia, das bedeutet für Bildungsplaner in der Industrie vor allem, Aus- und Fortbildung billiger zu machen, weil multimediales Lernmaterial schneller begriffen wird, weil es neben der Arbeit, gar zu Hause angeboten und benutzt werden kann, weil durch die Anbindung an das Internet orts- und zeitunabhängige Kommunikation der Lernenden untereinander und mit SpezialistInnen und PädagogInnen möglich ist. Eigene und fremde Erfahrungen mit solch virtuellen Lernumgebungen zeigt, dass diese erst produktiv funktionieren, wenn Bildung nicht aufs Kognitive beschränkt wird, wenn die emotionalen Grundlagen und Voraussetzungen zwischenmenschlicher Kommunikation hergestellt sind, hergestellt werden von Menschen mit psychosozialer Kompetenz: | |||||
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Wer sich badet, wird nass.Der Kater ... schlich er nach Hause und sagte zu seinem Herrn: "Wenn du willst ein Graf und reich werden, so komm mit mir hinaus an den See und bad dich darin." Der Müller folgte dem Kater. Der Kater aber nahm seine Kleider, trug sie fort und versteckte sie. Da kam der König dahergefahren; der Kater fing sogleich an, erbärmlich zu jammern: "Ach! Allergnädigster König! Mein Herr, der hat sich hier im See gebadet, da hat ihm ein Dieb die Kleider gestohlen, nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus, und wenn er länger darin bleibt, wird er sich erkälten und sterben." Wie der König das hörte, ließ er Halt machen, und einer von seinen Leuten mußte zurückjagen und Kleider holen. Der Herr Graf zog die prächtigen Kleider an. Hier setzt das Konzept Computermedienpädagogik, realisiert im Josefstaler MaC*- Programm an: MaC* steht für "Menschen am Computer", ein programmatisches Kürzel für den ganzheitlichen Ansatz, pädagogische Kompetenz für den Gebrauch der Querschnittstechnologie 'Computer', als Werkzeug, Medium und Spielzeug, zusammenhängend zu qualifizieren, für den sachkompetenten Umgang mit der Technologie, mit den davon faszinierten Menschen und mit der eigenen Angst, Ambivalenz und Begeisterung. Über das Erlernen von Einzelkompetenzen hinaus geht es um Verstehen und Gestalten des skizzierten Paradigmenwechsels. "Computermedienpädagogik" ist die pädagogische Rückeroberung der neuentstandenen Computerkulturen, die sich entweder in den Händen der Veranstalter von Schulungen oder im Visier der Bewahrer befanden. Sie bezieht ihre grundlegenden Annahmen und Denkfiguren aus der Debatte um Bedingungen, Chancen und Grenzen pädagogischen Handelns, wurzelt in einer emanzipatorischen Konzeption von Bildungs- und Jugendarbeit, die auf die Bearbeitung der Lebenswirklichkeit von Zielgruppen und PädagogInnen gleicherweise zielt. Diese Wirklichkeit taucht unvermeidlicherweise in computermedienpädagogischen Projekten und Seminaren auf, latent oder manifest, als offizielles Thema, aber auch als Störung, als Randgespräch, als Konfliktpotential. Prozessorientierung ist dafür sensibel, greift auf, was für "Menschen am Computer" von sachlicher, aber eben auch von emotionaler Bedeutung ist. Es geht in der Computermedienpädagogik deswegen, neben technisch-handwerklicher Fachkompetenz, auch um die Analyse und Wahrnehmung der individuellen, gruppenspezifischen und gesellschaftlichen Realität, deren Wandel sich ja gerade unter dem Druck der neuen Technologie vollzieht. Es geht um die Befähigung, solche Analyse situationsspezifisch mit den Adressaten der eigenen Arbeit zu leisten und mit ihnen, in Teilbereichen, gemeinsame Lebensstilsuche und Gestaltung der je eigenen Computerkultur zu praktizieren. 'Medienpädagogik' allein beschreibt diesen Umgang mit Querschnittsmedium Computer nicht hinreichend, zum einen ob des universellen Werkzeugcharakters, zum andern ob der Rolle, die Computer als Kommunikationsmittel und als informationsverarbeitende und interaktionelle Systeme des Menschen und neben dem Menschen spielen. Computer sind mehr als ein Medium, sind eine anthropologische und eine gesellschaftspolitische Herausforderung. Sie tangieren Menschen in nahezu allen Daseinsbereichen und bieten einen Spiegel der Strukturen, die sie hervorgebracht haben. All diese Aspekte sind, im passenden Augenblick, sinnvollerweise Gegenstand computermedienpädagogischer Arbeit. Insofern geht es im MaC*- Konzept um mehr als die derzeit vielbeschworene "Medienkompetenz. Denn unter dem Druck der Globalisierungstechnologie "Multimedia und Netzwerke" verändert sich die Arbeit, vor allem für junge Menschen. Multiplikatoren, Ältere finden im MaC*- Projekt einen Lernort, an denen authentische Erfahrungen mit der sozialen Realität dieser Technologie gemacht und reflektiert werden, um handlungsfähig zu bleiben. Unter dem Druck der Rationalisierungstechnologie "Multimedia und Netzwerke" und fortbestehender Finanzmisere des öffentlichen Sektors verändert sich das Bildungssystem in allen Sektoren - sogar die Schule. Telelearning und Telekooperation werden das Lernen zunehmend bestimmen; im MaC*- Projekt wird damit, für die Praxis in der Jugendarbeit, experimentell und didaktisch-konzeptionell gearbeitet. Das Programm besteht aus fünf Kursteilen im Zeitraum von zwei Jahren in der Tagungsstätte Josefstal, mit je acht Tagen Dauer, von Freitag bis Freitag, und einem virtuellen Seminarteil. Medienpädagogische Praxisprojekte im eigenen Arbeitsfeld der TeilnehmerInnen und Peergruppen sind ein kursbegleitender Bestandteil des MaC*_plus- Programmes. Lernen und Arbeiten im Seminar sind als gruppenpädagogisches Training organisiert. | |||||
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Digitale RebhühnerDazumal regierte ein König in dem Land, der aß die Rebhühner so gern: es war aber eine Not, daß keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, daß kein Jäger sie erreichen konnte. Das wußte der Kater und gedachte seine Sache besser zu machen; als er in den Wald kam, tat er den Sack auf, breitete das Korn auseinander, die Schnur aber legte er ins Gras und leitete sie hinter eine Hecke. Da versteckte er sich selber, schlich herum und lauerte. Die Rebhühner kamen bald gelaufen, fanden das Korn, und eins nach dem andern hüpfte in den Sack hinein. Als eine gute Anzahl darin war, zog der Kater den Strick zu, lief herzu und drehte ihnen den Hals um; dann warf er den Sack auf den Rücken und ging geradewegs nach des Königs Schloß. Die Entscheidung für das pädagogische MaC*- Konzept war, anders als bei "normalen" Kursen zwingend auch eine Entscheidung für eine anhaltendes Beschaffungsprogramm von PC-Technologie - einst beginnend mit drei C64- Homecomputern, über wechselnde Hardware und Betriebssysteme bis zum heutigen Inhouse-Netz mit ständig verfügbarer Anbindung aller PCs in allen Arbeitsräumen an das Internet. Hard- und Software müssen, der immanenten Marktlogik folgend, ständig gepflegt und upgedatet werden, mit dem entsprechenden Aufwand an Zeit und permanentem Lernen. So wird im Ergebnis individuelles Lernen und Kleingruppenarbeit mit multimedialen Elementen in der Kursdidaktik möglich. Multimediale Lern- und Lehrformen sind nicht nur für Computermedienpädagogik, sondern zunehmend in allen Bereichen der Bildungsarbeit relevant. Die Didaktik der Erwachsenenbildung bekommt neue Möglichkeiten, selbstbestimmtes Lernen und Forschen, Projektarbeit und Lernen durch Selbermachen zu praktizieren. Laufende Erneuerung von Hard- und Software resultiert in einer vielfältigen, komplexen und nicht immer störungsfreien Lernumgebung für die TeilnehmerInnen, ganz anders als im durchgestylten Schulungsraum mit homogener Ausstattung - die auch homogen veraltet. Solche Lernumgebung fördern und erfordern die Entwicklung eines strukturellen Verständnisses der Funktion der Technologie, statt bloßem anwendungsspezifischen Anwendungswissen. Wie schon das Märchen verdeutlicht: Rebhühner werden durch Futter gelockt, das Material des Sackes, in den sie schlüpfen, ist weniger wichtig. Analog gilt es, beispielsweise, am Computer zu verstehen: Dateien werden mit dem Betriebssystem geordnet, auch, wenn dies in der Version x von Programm y auch mit der z-Taste erreichbar sein sollte. Der Preis solcher Lernprozesse in inhomogenen Umgebungen ist anfängliche, vermehrte Unsicherheit und Zwang zum Experiment - das die Lernumgebung denn auch zulassen sollte. Abgeschottete, geschützte und festkonfigurierte Schulungskonfigurationen dagegen verhindern dies gezielt. Die Reflexion solcher oft anstrengender Aneignungsprozesse ist dann gelegentlich nötig und hilfreich; sie unterstützt die Neukonstruktion psychosozialer Modelle des PC-Gebrauchs. Durch die Implementation von Internettechnolgie in die Bürostruktur des Fortbildungsinstituts bis hin zu Telearbeit der DozentInnen gewinnen alle Beteiligten leibhaftiges Verständnis für die EDV-bedingte Veränderung betrieblicher Strukturen, für Chancen und auch Probleme, die erst dann sichtbar werden, wenn hinter der Internetadresse auf dem Briefpapier nicht mehr der technisch begabte Zivi steht, der eMails ausdruckt und in die Ablagekörbe verteilt - auch im Jahr 2000 nicht nur im Bildungsbereich nach wie vor verschämte Realität angesichts des Zwangs zum modernen Outfit. Telekooperation und -kommunikation setzt aber die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur am Arbeitsplatz und die dazugehörige Anwendungskompetenz voraus, um zu bereichern statt zu behindern. | |||||
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Digitalien oder: Wem gehört dieses schöne Schloss?Der Kater stellte sich erschrocken und rief: "Das ist unglaublich und unerhört, aber noch mehr als alles andere wäre es, wenn du dich auch in ein so kleines Tier, wie es eine Maus ist, verwandeln könntest; du kannst gewiß mehr als irgendein Zauberer auf der Welt, aber das wird dir doch zu hoch sein." Der Zauberer wurde ganz freundlich von den süßen Worten und sagte: "0 ja, liebes Kätzchen, das kann ich auch", und sprang als eine Maus im Zimmer herum. Der Kater war hinter ihm her, fing die Maus mit einem Sprung und fraß sie auf. Diese Komplexität der Gestaltungsaufgabe ist gemeint, wenn in der Beschreibung des berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammes MaC*_plus formuliert wird: "Ganzheitlich und personbezogen erwerben Menschen in pädagogischen und therapeutischen Berufen Schlüsselqualifikationen zum kreativen, kompetenten und kritischen Umgang mit PCs und zur pädagogischen Arbeit mit ‚Menschen am Computer':
Der Kater des Müllersburschen weiß, wann der Sack zugeschnürt werden muss. EDV-Nutzer müssen u.a. lernen, einem tendenziell grenzenlosen Medium autonom Grenzen zu setzen und mit Unvollkommenheit zu leben. Rebhühner wie EDV-Kompetenz haben Tauschwert am Markt. TextverarbeiterInnen als SchulungsteilnehmerIn fehlt aber meist der Kater, der ihnen den Verkauf abnimmt und Zukunftspläne schmiedet. Die Kommunikation in der computermedienpädagogisch konzipierten Kursgruppe, die Auseinandersetzung mit Zweifeln und Utopien hilft, realitätstaugliche Praxisprojekte zu entwickeln. Nicht erst am Schluss bewegt die Teilnehmenden die Frage, wie die neuerworbene berufliche Kompetenz als ComputermedienpädagogIn persönliche und berufliche Perspektiven eröffnet. Im Abschlußkurs des MaC*_plus- Programms bot die psychodramatische Arbeit mit dem Märchen vom "Gestiefelten Kater" ein Fülle produktiver Bilder für den oft auch anstrengenden und verunsichernden Weg vom Textverarbeiter zur ComputermedienpädagogIn: Er gelingt nicht, ohne zwischendurch Baden zu gehen und dabei die alten Paradigmen zu verlieren. Als Lohn für dieses Risiko darf dann auch der große Medienkompetenz-Zauberer gefressen werden, der sich sogar in einen Textverarbeiter verwandeln kann. Denn mit Textverarbeitern allein sind die anstehenden individuellen und institutionellen Lernprozesse nicht hinreichend zu bewältigen. veröffentlicht in: |
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