
Computermedienpädagogik:
Bildung zukunftsfähig gestalten
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlichen Expertentagung 'Didaktik der Computermedienpädagogik' befassten sich im Januar 2002 mit Wegen zur Überwindung der besorgeniserregenden Misserfolge des bundesdeutschen Bildungssytems.
Resumee:
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Die PISA-Studie 2000 bilanziert bei etwa einem Viertel der 15-jährigen Schüler in Deutschland einen Lebensperspektiven gefährdenden Kompetenzmangel: beim Anwenden mathematischer und naturwissenschaftlicher Kenntnisse, beim Verstehen von Symbolen und Texten im Alltag - alles "Kenntnisse und Fähigkeiten, die man im Erwachsenenleben benötigt." Zu beklagen ist ein beängstigender Mangel an fächerübergreifenden Kompetenzen, dazu gehören vor allem "Merkmale selbstregulierten Lernens und Vertrautheit mit Computern." (1)
- Das damit dokumentierte Versagen des Systems Bildung macht grundlegende Reformen innerhalb und außerhalb der Schule nötig. Internet und Multimedia allein können ein mangelhaftes Bildungssystem nicht sanieren. Die Chancen, die IuK-Technologien bieten, dürfen nicht vertan werden, neue didaktische Konzepte für ihre Nutzung sind erforderlich - und bereits vorhanden:
- Qualitätskriterien für
computermedienpädagogische Bildungsarbeit wurden in jahrelanger, konzeptionell reflektierter Praxis mit Kindern und Jugendlichen, vor allem in der außerschulischen Jugendarbeit entwickelt. PädagogInnen haben sich dafür fortgebildet und fachlich qualifiziert.
- Computermedienpädagogisch arbeiten heißt vor allem, Lernumgebungen zu gestalten, in denen Kinder und Jugendliche sich kooperativ, selbstbestimmt und kreativ Lebensqualitäten erschließen können. ComputermedienpädagogInnen unterstützen bei der Verwirklichung eigener Projekte, in denen sich kommunikative und soziale Fähigkeiten entwickeln, kognitive Kompetenzen interdisziplinär angeeignet werden.
- IuK-Technologien können neue, auch virtuelle Erlebnis- und Handlungsräume eröffnen. Voraussetzung dafür sind PädagogInnen, die sich auf diesem in rasanter Entwicklung befindlichen Terrain bewegen, IuK-Technologien zielorientiert nutzen und mit deren spezifischen Eigenschaften vertraut sind.
- So qualifizierte PädagogInnen können die - als uneffektiv entlarvte- Rolle des Informationsvermittlers in so genannten Schulungen verlassen. Denn Bildung ist nicht lehrbar, sondern ein unveräußerlicher, autonomer Entwicklungsprozess von Individuen und Gruppen, der (lt. PISA) nicht nur den am schlimmsten benachteiligten Gruppen im traditionellen Bildungssystem verweigert oder erschwert wird.
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Computermedienpädagogik leistet zukunftsfähige Bildungsarbeit. Der Einsatz von IuK-Technologien in Bildungsprozessen braucht professionelle Qualität. Fortbildung von PädagogInnen sichert Zukunft.
die AutorInnen dieser Erklärung:  eMail an alle
- Cloos-Kiebel Dieter, Internetcafe Rehabilitationszentrum Hegau-Jugendwerk, Gailingen
- Eckmann Bernhard, Projekt Neue Medien des Kreisjugendring München-Stadt
- Egger Judith, Europäische Akademie Bayern, München
- Ertelt Jürgen, Pädware, Köln
- Götz Udo, Evang.-Luth. Pfarramt Christuskirche, Fürth
- Kathmann Robert, Evangelische Jugend, Augsburg
- Kretschmer Sabine, Pädware, Köln
- Lange Michael, wannseeFORUM, Berlin
- Schindler Wolfgang, Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit, Josefstal
- Schlag Benno, Jugendbildungsstätte der Falken "Kurt Loewenstein", Hirschfelde
- Schwägerl Gebhard, Kritische Akademie, Inzell
- Uhlenbrock Gabi, Sozialpädagogin, stellv. Leiterin des Jugendtreffs Westend, Stadtjugendamt Nürnberg,
Netzwerk Computermedienpädagogik e.V.
- Zumbrägel Lambert, Kjg Diozesanstelle, Würzburg
Qualitätskriterien für computermedienpädagogische Bildungsarbeit
Tagungsmaterial: ausgewählte Ergebnisse aus PISA2000:
(1) Baumert,J., Klieme,E., Neubrand,M., Prenzel,M., Schiefele,U.,Schneider,W., Stanat,P., Tillmann,K.-J.& Weiß,M.(Hrsg.).(2001).
PISA 2000: Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich.
Opladen: Leske+Budrich.(ISBN 3-8100-3344-8)
Zitiert nach: www.mpib-berlin.mpg.de/pisa
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