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Didaktik und Lernkulturim Weiterbildungsprogramm MaC*_plus |
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| in: Roland Bader, Learning Communities im Internet: Aneignung von Netzkompetenz als gemeischaftliche Praxis; eine Fallstudie in der pädagogischen Weiterbildung, Münster: Lit, 2001, S. 154157 | |||||
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Ganzheitliches Lernen zielt nicht allein auf den Erwerb von Wissen und Fertigkeiten, sondern begreift die Lernprozesse der Teilnehmer über den Zeitraum von zwei Jahren auch als Identitätsentwicklung in Richtung einer professionellen Identität als Medienpädagogen. Dabei spielt nicht nur der Erwerb von Anwendungswissen durch die Teilnehmer eine Rolle, sondern auch die Mediennutzung durch Zielgruppen sowie die Unterstützung der Teilnehmer bei der Entwicklung und Implementation eines eigenen Praxisprojekts. | |||||
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Handlungs- und erfahrungsorientierte Medienaneignung durch exemplarisches LernenMaC*_plus vermittelt Kenntnisse im Umgang mit Computern in pädagogischen Anwendungsfeldern durch eigene praktische Erfahrungen der Teilnehmer mit exemplarisch ausgewählten Softwareanwendungen während der Präsenzseminare. Mit neuen Softwareanwendungen wird in Kleingruppen in Dyaden an einem PC gearbeitet, in der Regel steht das experimentierende Gestalten und die Arbeit an der Herstellung eines Medienprodukts im Vordergrund (z.B. die thematische Arbeit mit einem Grafikprogramm, die Erstellung einer Homepage). Oft werden dabei thematische Aspekte (z.B. Reflexion und Darstellung der eigenen Mediensozialisation) und neue Methoden (z.B. das Erlernen eines neuen Grafikprogramms) kombiniert. Die Reflexionen der eigenen Erfahrung beim Lernen mit unbekannten Anwendungsprogrammen und in einem ungewohnten Setting sensibilisiert die Teilnehmer für die Wahrnehmung von Unterschieden, für auftauchende Probleme im Umgang miteinander an Computern und in der Gruppe sowie für die unterschiedliche Mediennutzung von Zielgruppen. | |||||
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Praxisrelevanz für das eigene ArbeitsfeldDie Anwendbarkeit und Nützlichkeit der erworbenen Kompetenzen im beruflichen Kontext der Teilnehmer hat einen wichtigen Stellenwert bei der Auswahl der Lerninhalte und der methodischen Gestaltung der Präsenzseminare. Mit den in der Weiterbildung erworbenen Kompetenzen erschließen sich die Teilnehmer oftmals neue berufliche Tätigkeiten und bauen sich während der zweijährigen Weiterbildung oder in der Folge eine neue berufliche Identität an ihrer Arbeitsstelle auf. Um die Nützlichkeit der neu erworbenen Kompetenzen sicherzustellen, orientieren sich die Weiterbildungsinhalte an den jeweils aktuellen Erfordernissen der Handlungsfelder der außerschulischen Medienpädagogik mit Computern (vgl. Kap. 2). Eine breite Palette von Methoden dient der integrierten Vermittlung praxisrelevanten Wissens und anwendbarer Fähigkeiten auf den unterschiedlichen Ebenen. So kann z.B. in einer Seminareinheit zum Thema Desktop Publishing (Gestaltung von Printprodukten wie Broschüren, Plakaten o.ä.) neben dem Erwerb von Fertigkeiten im Umgang mit Desktop Publishing-Software auch die Frage nach der kommunikativen Wirkung der eigenen Printpublikationen der Teilnehmer bearbeitet werden (Was sagt die Gestaltung eines Flyers über meine Einrichtung aus, für die geworben werden soll?). Entsprechend umfaßt die Begleitung der Praxisprojekte der Teilnehmer neben dem Erwerb des notwendigen computertechnischen und pädagogischen Wissens auch Fragen nach den sozialen Implikationen der Implementation von Computern in pädagogischen Handlungsfeldern. So kann z.B. Wissen über Projektmanagement oder Öffentlichkeitsarbeit in Form von Rollen- und Planspielen erarbeitet werden (Bader, 2001). | |||||
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Selbständige Medienaneignung und Lernen des LernensIn den Präsenzseminaren können Lerninhalte nicht erschöpfend behandelt werden. In Form exemplarischer Lernangebote und Projekte werden den Teilnehmern vielmehr Anregungen und Impulse gegeben, die sie in den Zeiträumen zwischen den Seminareinheiten durch eigenständiges Lernen und Medienaneignung vertiefen und erweitern können und müssen. An den ausgewählten Lerninhalten werden im Sinn exemplarischen Lernens die Prinzipien des Arbeitsfeldes (vgl. Kap. 2) verdeutlicht. Für die geforderte selbständige Aneignung von Medienkompetenzen spielt das Praxisprojekt der Teilnehmer eine zentrale Rolle. Das Praxisprojekt ist eine pädagogische Veranstaltung mit Zielgruppen, die von jedem Teilnehmer in seinem eigenen beruflichen Kontext geplant, durchgeführt und ausgewertet wird. Die Durchführung eines solchen Praxisprojekts und seine Dokumentation ist die Bedingung für den erfolgreichen Abschluß der Weiterbildung. | |||||
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Ziele des Telekommunikationsprojekts KokonDie bisherigen, nicht systematisch ausgewerteten Beobachtungen in der Weiterbildung MaC* zeigen deutlich, daß die Teilnehmer die Anregungen aus den Präsenzseminaren in unterschiedlicher Form im Zeitraum zwischen den Präsenzeinheiten nutzen, ausbauen und verwerten. Insbesondere wird dies an der Art und dem Umfang deutlich, in dem sie sich zwischen den Präsenzseminaren eigenständig weiterbilden und dabei Impulse aus dem Seminar aufgreifen und nacharbeiten oder nicht. Es zeigt sich auch daran, wie sie mit Ressourcen und Herausforderungen in ihrem sozialen Umfeld hinsichtlich der Seminarthemen umgehen. Wenn Teilnehmer die Anregungen des Seminars als Impulse zum eigenständigen Weiterlernen auffassen, berichten sie in der Regel von vielfältigen neuen Anregungen, die sich im Zeitraum zwischen zwei Seminareinheiten geboten haben. Solche Anregungen zur selbständigen Aneignung von Computerkompetenzen ergeben sich bei der Lektüre von Fachzeitschriften, in kollegialen Gesprächen an der Arbeitsstelle, bei der Lösung von Computerproblemen privat oder am Arbeitsplatz, durch eigene Projekte, die mit Zielgruppen durchgeführt werden, oder auch durch das Hineinwachsen in eine neue soziale Rolle, bei der das neu erworbene Fachwissen der Teilnehmer über Software, Hardware oder Pädagogik mit Computern im sozialen Umfeld nachgefragt wird. Der selbstgesteuerte Kompetenzerwerb ist für den Erfolg eines Teilnehmers in der Weiterbildung wichtig, findet aber weitgehend ungeplant statt. Unklar sind die Gründe für große interindividuelle Unterschiede in der selbständigen Aneignung im Zeitraum zwischen den Seminaren. Möglich sind dafür unterschiedliche Ursachen, die aber nicht systematisch erfaßt wurden. So könnte hohe Eigeninitiative mit Fähigkeiten zum selbstgesteuerten Lernen in Verbindung stehen, aber auch mit der Unterstützung aus dem sozialen Umfeld oder der langfristigen Gratifikation durch eine interessantere Bereicherung der beruflichen Tätigkeit und eine neue professionelle Identität. Andererseits könnte eine geringe eigenständige Weiterbildung auf aktuelle situative Faktoren wie Zeitmangel oder Defizite im Zugang zu Ressourcen (z.B. Software oder Lektüre), auf geringe Motivation oder den Mangel an Fähigkeiten zum selbständigen Lernen zurückzuführen sein. | |||||
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