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„All Kids are Cyberkids“

Bericht zum Workshop 2010

17. – 19.05.2010

Das Internet entwickelt sich rasant, Jugendliche sind mobil im Internet unterwegs, mit ihren Freunden permanent vernetzt, drehen Handy-Clips und stellen sich medienkompetent selbst dar. Sie nützen es ganz selbstverständlich, weil sie mit Internet und PCs aufgewachsen sind. Dennoch lauern im Netz auch Gefahren, wenn die Medien nicht kompetent genutzt werden. Als PädagogIn den Anschluss an die rasante Entwicklung zu halten, fällt oft nicht leicht, weil sich die eigene Mediensozialisation an älteren Medien orientierte. Wie also damit umgehen, wenn sie weiterhin die Jugendlichen „dort abholen wollen, wo sie stehen“, selbst aber nicht wissen, wo das ist!

Im Workshop ging es daher, mit einer Gruppe von PädagogInnen vorwiegend aus dem Bereich der Jugendhilfe, um das exemplarische Kennenlernen der Welt dieser jugendlichen 'Eingeborenen des Internets', ihrer Klientel, um das Erwerben der fehlenden interkulturellen Kompetenz als 'digitale Immigranten':

  • aktuelle Entwicklungen im Web 2.0, dem Internet zum Mitmachen und Sich Selbst Darstellen -
    ein Medium, das immer häufiger, auch mobil, mit dem Handy erreichbar ist und für multimediale Produktionen genutzt wird , „user generated content“ wie Podcasts, Handyclips, sowie Social-Networks und Web2.0-Portale kennen lernen und eigene Nutzung ausprobieren
    am Beispiel eines Blogs zum Seminar
  • Medien und Spiele auch auf ihre Relevanz und Anwendbarkeit im pädagogischen (Gruppen-)Alltag überprüfen,
    am Beispiel einer eigenständigen Exkursion als 'Geocaching'. Erlebnispädagogik, Spurensuche und mobile Kommunikation im Web 2.0 können hier niederschwellig und motivierend kombiniert werden.
  • Methoden, um Jugendliche neben all den Chancen des Web auch auf Gefahren, z.B. beim Persönlichkeitsschutz, Umgang mit geistigem Eigentum anderer und Kostenfallen im Internet hinzuweisen, Alternativen wie Creative Commons kennen zu lernen, um pädagogische Angebote im Web abgesichert anwenden zu können.

Der Workshop wurde durchgängig als wertvolle Erfahrung bewertet. Die teilweise von den entsendenden Anstellungsträgern formulierte Erwartung, man könne nun selbst die zuhause gebliebenen KollegInnen in ein neues Kompetenzprofil einarbeiten, wurde aber als Überforderung empfunden. Als strukturell hinderlich für die Entfaltung einer eigenen pädagogischen Praxis wurden mehrfach restriktive Vorgaben und Dienstanweisungen benannt, die eine aktive pädagogische Nutzung digitaler Medien de facto unmöglich macht, pädagogisch begleitete Entfaltung von Medienkompetenz ausschließt oder in einen Graubereich drängt. Man hoffe daher perspektivisch auf mehr Unterstützung beim Umsetzen als sinnvoll erkannter Konzepte.

Der Workshop wurde geleitet von
Wolfgang Schindler und Daniel Seitz.

Evangelischer Erziehungsverband in Bayern

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