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Computersucht: Zwischen Prävention und Skandalisierung

MaC*plus-Fachtagung mit Colloqium

10. – 11.03.2010
Bericht

Während – wie seit Jahren – weiterhin „besorgte“ Honoratioren und auf Publicity hoffende Politiker in der „Killerspiel“-Debatte Verbote fordern, drängen zunehmend auch therapeutische Angebote den Markt für um ihren Nachwuchs besorgte Eltern. Die Fachtagung bestätigte, auf Basis des Überblicks über eine Vielzahl einschlägiger Erhebungen:

Therapie
ist zweifellos nötig für psychisch kranke Menschen, die vorzugsweise nur maschinenvermittelte Kontakte mit ihrer Umwelt ertragen. Dazu zählen zum Glück aber nur die allerwenigsten Jugendlichen - weniger als 1-2 %, wie -selbst methodisch fragwürdige- Untersuchungen vermuten. Alle Versuche, „Computersucht“ medizinisch zu definieren, blieben bisher erfolglos, ggf. könne sinnvoll von „exzessiver Mediennutzung“ gesprochen werden. Bedenklich stimmte daher der Trend, vom Mainstream abweichendes Verhalten – vor allem junger Menschen – zu pathologisieren und sich damit der Wahrnehmung kulturellen Wandels zu verschließen.

Für pädagogisch Handelnde
ist Wissen um die eigenen Grenzen nötig, weit mehr aber Unterstützung und Ermutigung, Medienkulturen Jugendlicher in ihrer Funktion zu begreifen, dialogfähig zu bleiben und Jugendliche bei der Entfaltung ihrer Medienkompetenz kompetent zu begleiten.
Kritische Auseinandersetzung
mit dem Medienthema „Computersucht“ leistete die MaC*plus-Kursgruppe als Tagungsvorbereitung mit mehreren Handy- und Videoclips auf Youtube( 1, 2, 3 )

Diese Kompetenz wurde an den in der Tagung vorgestellten, sorgfältig reflektierten computermedienpädagogischen Praxisprojekten der AbsolventInnen des Weiterbildungsprogramms MaC*plus erfahrbar. Sie stellten sich den Anfragen der ExpertInnen und bewiesen in zwei öffentlichen Kolloquiumsdiskussion ihre in den letzen zwei Jahren erarbeitete Fachkompetenz.

Im Anschluß an die Tgung konnten die beiden Leiter an die neun „frischgebackenen“ ComputermedienpädagogInnen mit bestem Gewissen die Zertifikate übergeben. Verwunderlich, wäre dem keine ausgelassene Feier gefolgt, die schwerlich überhörbar (MaC*plus-drums) war.
Die Tagung bot so zugleich eine hervorragende Möglichkeit zum Einblick in das Weiterbildungsprogramm, das im September 2010 erneut startet.


Leitung:

Wolfgang Schindler, Prof. Dr. Roland Bader

ReferenInnen:

Dipl.-Medienwiss. Robert Seifert, Universität Erfurt

Alexander Buck, Katholische Stiftungsfachhochschule München - Zentrum für Medienpädagogik

Kathrin Demmler, stellvertr. Direktorin, JFF Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

die AbsolventInnen des achten Weiterbildungsprogramms MaC*plus

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