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"Hast Du Sonntags nachmittag Zeit, mit mir Angeln zu gehen?" Wer jetzt bejaht und sich dazu virtuell nach Stormwind begibt, einer Ortschaft im "World of Warcraft"-Spiel, weiß, dass solche Spielräume längst auch Sozialräume geworden sind, die längst nicht mehr nur von einer exotischen Minderheit benutzt werden.
Also schnell ausloggen und statt dessen unter "www.rememberthemilk.com"den Einkaufzetttel erstellen, für den Schulweg eine interessante Sendung in den MP3-Player laden und später dann im privaten Weblog darüber berichten, dass bei der Metro nun schon fast jeder Artikel mit einem RFID-Chip gesichert sei .... Konsequenzen solch neuartiger sozialer Kommunikationsformen, derzeit aktuell unter dem Kürzel "Web 2.0" dikutiert, standen im Zentrum der Tagung. Während das all-bekannte Internet, "Web 1.0" quasi, eher von möglichst machtvollen Auftritten charakterisiert ist, vom Drang, sich als Spinne im Netz zu profilieren, entwickelt sich daneben einen neue Kultur der Kommunikation des Privaten, Subjektiven, das aufeinander Bezug nimmt, sich tatsächlich vernetzt - sei es mit dem Angebot selbstgebastelter Klingeltöne, Urlaubsbilder, subjektiven Warentests oder Texten, die die Welt kommentieren. Diese veränderte Szene bietet ein Fülle von neuen Werkzeugen, kostenlos und eher intuitiv bedienbar - jedenfalls für Zielgruppen pädagogischer Arbeit, "Eingeborene" im Internet mit subtil veränderter Weltsicht, denen die Migrationsproblematik der Aussiedler des Guttenberg-Universums, der meisten PädagogInnen also, unbekannt ist. "Tools, Techniques und Trust" (Cliff Figallo) - beides gewinnt an Bedeutung! Wer hier von außen betreuen und beraten will, dürfte scheitern. Nötig erscheint vielmehr eine (gemeinsame) Suchbewegung, in der PädagogInnen von der Wahrnehmengsfähigkeit Jugendlicher profitieren können, in der ihre Erfahrungen als (pädagogische) Angebote akzeptabel, ja nützlich werden können. Lernen in virtuellen Räumen kann Spaß machen, seinen es Spiel-Räume oder Arbeits-Zimmer. PädagogInnen brauchen daher auch eigne, geschützte Spielräume, in denen sie Veränderung im Denken, im Umgang mit Netzen erproben können. Die MaC*_days im Oktober 2006 sind daher ebenfalls, so wie das Konzeptionslabor, als Vorbereitung auf pädagogisches Handeln in der neuen Internet-Welt gedacht.
Tagungsleitung und Bericht: Wolfgang Schindler |
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